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Deutsche Wirtschaft verliert Vertrauen in Reformkraft der Bundesregierung

Die deutsche Privatwirtschaft sendet ein deutliches Misstrauenssignal an die Bundesregierung. Nach einer Civey-Erhebung im Auftrag des Wirtschaftsforums der SPD trauen nur 18,3 Prozent der befragten Entscheidungsträger der Regierung zu, das Wirtschaftswachstum durch Reformen spürbar zu steigern. 78,4 Prozent verneinen diese Erwartung, 3,3 Prozent sind unentschlossen. Die Umfrage, über die unter anderem Logistik Heute berichtet, wurde vom 14. bis 24. April 2026 online unter 1.000 Entscheidungsträgern aus der Privatwirtschaft durchgeführt 1Politik: Deutsche Wirtschaft zweifelt an Reformkraft der Bundesregierung
Der Artikel liefert die zentralen Umfragewerte, Befragungsdaten und Zitate zur Reformfähigkeit der Bundesregierung aus Sicht privatwirtschaftlicher Entscheidungsträger.
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Das Ergebnis ist mehr als ein Stimmungsbild. Es beschreibt eine Vertrauenslücke zwischen politischem Reformanspruch und wirtschaftlicher Erwartung. Besonders schwer wiegt, dass die Kritik nicht allein auf klassische Forderungen nach niedrigeren Steuern reduziert werden kann. Die befragten Unternehmen nennen vor allem zwei Themen, die seit Jahren als Standortbremsen gelten: hohe Energiepreise und Bürokratie.

Koalitionstaktik wird zum Standortproblem

Als größtes Hemmnis für ein geschlossenes Auftreten der Bundesregierung nennen 52,9 Prozent der Befragten das Taktieren der Koalitionspartner. Dahinter folgen mangelnde Praxisnähe zur Wirtschaft mit 39,8 Prozent, das Fehlen einer gemeinsamen Vision mit 36,0 Prozent und geringe Kompromissbereitschaft mit 31,1 Prozent. Diese Reihenfolge ist politisch aufschlussreich: Nicht nur einzelne Maßnahmen werden kritisiert, sondern die Fähigkeit der Regierung, Prioritäten verbindlich zu ordnen.

Die Präsidentin des Wirtschaftsforums der SPD, Ines Zenke, wertete die Ergebnisse als „Alarmsignal“. Ihre Forderung nach einer gemeinsamen Kraftanstrengung knüpft an frühere Positionierungen des Wirtschaftsforums an. Dort wurde bereits betont, dass Entlastungen bei Energie, Netzentgelten und Unternehmenssteuern nicht als isolierte Einzelmaßnahmen, sondern als Teil einer Reformagenda verstanden werden müssten 2Koalition setzt wichtiges Zeichen zur Entlastung der Wirtschaft
Die Stellungnahme ordnet Energieentlastungen, Stromsteuer, Netzentgelte und Unternehmenssteuerreform als Bestandteile einer breiteren wirtschaftspolitischen Reformagenda ein.
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Energiepreise und Bürokratie dominieren die Prioritäten

Bei den wirtschaftspolitischen Prioritäten steht die Senkung der Energiepreise mit 63 Prozent an erster Stelle. Knapp dahinter folgt der Bürokratieabbau mit 62,4 Prozent. Erst mit deutlichem Abstand nennen die Befragten Anreize durch eine Reform des Sozialsystems mit 33,5 Prozent sowie Steuersenkungen, etwa bei der Einkommensteuer mit 29,4 Prozent und bei der Unternehmensteuer mit 17,4 Prozent.

Diese Gewichtung zeigt, dass Unternehmen vor allem operative Belastungen adressieren: Energiekosten wirken unmittelbar auf Produktion, Logistik, Investitionsentscheidungen und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Bürokratie wiederum bindet Personal, verzögert Projekte und verschärft gerade für mittelständische Betriebe die Umsetzungskosten politischer Vorgaben. Die DIHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2026 beschreibt ebenfalls eine schwache wirtschaftliche Dynamik und verweist auf strukturelle Standortprobleme, die eine Erholung bremsen können 3Konjunktur zu Jahresbeginn ohne Schwung – Erholung bleibt Stückwerk
Die DIHK-Auswertung liefert konjunkturellen Hintergrund zu schwacher Dynamik, strukturellen Standortproblemen und Reformdruck aus Sicht der Unternehmen.
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Entlastungsvorschläge zeigen politischen Zielkonflikt

Zur Entlastung bei Energiepreisen sprechen sich 46,4 Prozent der Befragten für eine Senkung der Stromsteuer aus, 43,9 Prozent für eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Energie. Auch eine Übergewinnsteuer mit 27,3 Prozent und eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel mit 26,7 Prozent finden Zustimmung. Damit wird sichtbar, dass die Debatte nicht nur angebotsorientierte Entlastungspolitik umfasst, sondern auch verteilungspolitische Instrumente.

Für die Bundesregierung entsteht daraus ein Zielkonflikt: Sie soll Unternehmen schnell entlasten, Haushalte schonen, Investitionen ermöglichen und zugleich fiskalische Spielräume beachten. Die WirtschaftsWoche berichtet über dieselbe Umfrage und betont ebenfalls die Skepsis der Wirtschaft gegenüber der Reformkraft der Bundesregierung sowie die Priorität von Energiepreisen und Bürokratieabbau 4Wirtschaft zweifelt 2026 an Reformkraft der Bundesregierung
Die WirtschaftsWoche fasst die Umfrage als wirtschaftspolitisches Vertrauensproblem zusammen und stellt Energiepreise, Bürokratie und Koalitionshemmnisse heraus.
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Reformkraft entscheidet sich an Umsetzung, nicht an Ankündigungen

Entscheidend ist nun weniger die Frage, ob die Bundesregierung Reformbedarf rhetorisch anerkennt. Entscheidend ist, ob sie daraus ein abgestimmtes Paket ableiten kann, das für Unternehmen planbar, finanzierbar und administrativ handhabbar ist. Genau hier liegt der Kern des Misstrauens: Die Befragten zweifeln nicht nur an einzelnen Maßnahmen, sondern an der politischen Umsetzungskraft.

Auch das ifo Institut hat in einer Unternehmensbefragung schlechte Noten für die Wirtschaftspolitik der Regierung dokumentiert. Dort standen ebenfalls Themen wie Bürokratie, Steuern, Energiepolitik und Standortbedingungen im Zentrum. Das stützt die analytische Einordnung, dass die aktuelle Civey-Erhebung nicht isoliert gelesen werden sollte, sondern in ein breiteres Muster wirtschaftlicher Unzufriedenheit fällt 5Unternehmen vergeben schlechte Noten für Wirtschaftspolitik der Regierung
Die ifo-Mitteilung ergänzt die Umfrage durch wirtschaftswissenschaftliche Befragungsdaten zu Bürokratie, Steuern, Energiepolitik und allgemeinen Standortbedingungen.
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Für die Bundesregierung wird die Reformfrage damit zu einem Glaubwürdigkeitstest. Einzelne Entlastungen können kurzfristig wirken, aber sie ersetzen keine kohärente Standortstrategie. Wenn fast vier Fünftel der befragten Wirtschaftsvertreter der Regierung derzeit keine spürbare Wachstumssteigerung durch Reformen zutrauen, ist das politisch mehr als Kritik. Es ist ein Hinweis auf schwindende Geduld in einem Umfeld, in dem Investitionen, Energiepreise und Regulierung längst miteinander verkettet sind.

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Redaktion Wirtschaft
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